Lindenhofgruppe setzt auf digitale Anästhesie-Sprechstunde von sublimd
In einem modernen Spitalbetrieb ist der frühzeitige Zugriff auf strukturierte Patientendaten entscheidend für Qualität, Effizienz und Patientensicherheit. In der Lindenhofgruppe wurden der Anästhesie- und der Pflege-Fragebogen bisher papierbasiert erhoben – mit entsprechenden Herausforderungen im Spitalalltag: Wichtige Informationen standen dem Behandlungsteam oft erst beim Spitaleintritt zur Verfügung, Medienbrüche erschwerten die Abläufe und der administrative Aufwand war vergleichsweise hoch.
Nach den positiven Erfahrungen mit der digitalen Anamnese von sublimd in der Onkologie setzt die Lindenhofgruppe die Lösung nun auch in der Prämedikationssprechstunde der Anästhesie ein. Ziel war es, Prozesse zu vereinfachen, die Vorbereitung auf Gespräche zu verbessern und die Patientensicherheit weiter zu erhöhen.
Informationen waren erst spät verfügbar
Bisher brachten Patientinnen und Patienten den Anästhesie-Fragebogen zum Aufklärungsgespräch mit. Bei telefonischen Sprechstunden fehlte der Fragebogen vollständig. Deshalb hatten Anästhesistinnen und Anästhesisten kaum die Möglichkeit, sich im Voraus fundiert auf das Gespräch vorzubereiten.
Ähnliche Herausforderungen zeigten sich in der stationären Betreuung nach einer Operation: Da die Unterlagen teilweise bei den Patientinnen und Patienten aufbewahrt wurden, entstanden für die Pflegenden zusätzliche und unnötige Laufwege. Zudem waren handschriftlich ausgefüllte Formulare nicht immer gut lesbar, und es bestand jederzeit das Risiko, dass Dokumente verloren gingen.
Der neue Prozess: Vorbereitung beginnt bereits zu Hause
Heute startet der Eintrittsprozess deutlich früher. Die Patientinnen und Patienten werden bereits vor ihrem Spitaleintritt elektronisch kontaktiert und können den Anästhesie- und den Pflege-Fragebogen bequem zu Hause ausfüllen. Gleichzeitig haben sie die Möglichkeit, relevante Dokumente wie eine Patientenverfügung oder einen eMediplan direkt hochzuladen. Alle Angaben werden automatisch in das Klinikinformationssystem der Lindenhofgruppe übertragen und stehen anschliessend allen Beteiligten zentral zur Verfügung.
Für die Pflege macht das einen grossen Unterschied. Eva Evers, Pflegeexpertin Chirurgie, erklärt:
Die frühzeitige Einsicht in das Formular ist sehr nützlich und hilft zum Beispiel bei der Vorbereitung zur Punktion eines Venenports oder bei der Berücksichtigung spitalrelevanter Nebenerkrankungen wie Diabetes mellitus. Die digital unterstützte Erfassung führt ausserdem dazu, dass Angaben wie beispielsweise die Medikamentenliste konsequenter und vollständiger erfasst werden.
Eva Evers, Pflegeexpertin Chirurgie, Lindenhofgruppe
Auch wichtige Fragen zum Unterstützungsbedarf zu Hause werden bereits vor dem Spitaleintritt gestellt. Die Patientinnen und Patienten haben dadurch die Möglichkeit, sich in Ruhe damit auseinanderzusetzen. Gleichzeitig kann das Behandlungsteam in der Pflegesprechstunde gezielt darauf Bezug nehmen und die Informationen für die Organisation einer Anschlusslösung nutzen.
Spürbare Entlastung im Alltag
Der neue digitale Prozess zeigt bereits spürbare Auswirkungen im Spitalalltag: Dank der frühzeitig verfügbaren Informationen konnte der Aufwand für die zeitintensive Erfassung pflegerelevanter Angaben deutlich reduziert werden. Zudem entfällt die Archivierung der Papierformulare – eine zusätzliche Entlastung für Mitarbeitende.
Bessere Vorbereitung in der Anästhesie-Sprechstunde
In der Anästhesie zeigt sich der Nutzen der neuen digitalen Lösung insbesondere darin, dass der Anästhesie-Fragebogen inklusive Medikamentenliste frühzeitig und in hoher Qualität verfügbar ist. Dadurch können sich Ärztinnen und Ärzte fundiert auf den Sprechstunden-Termin vorbereiten.
Dr. med. Christoph Kappel, Facharzt Anästhesiologie, fasst zusammen:
Früher hatten wir erst beim Spitaleintritt Zugriff auf den Anästhesie-Fragebogen. Neu liegen die relevanten Daten bereits im Voraus vor, was eine gute Vorbereitung ermöglicht – sowohl bei physischen als auch bei telefonischen Terminen.
Dr. med. Christoph Kappel, Facharzt Anästhesiologie, Lindenhofgruppe
Ergänzende Funktionen wie die digitale Patientenaufklärung mit elektronischer Einverständniserklärung sowie die automatische Zustellung von Zusatzleistungen an Patientinnen und Patienten – beispielsweise Gutscheine für Zusatzversicherte – entlasten die Administration zusätzlich.
Fazit: Mehr als nur Digitalisierung
Die Einführung der digitalen Anamnese von sublimd in der Lindenhofgruppe zeigt, dass Digitalisierung weit über das reine Ersetzen von Papier hinausgeht. Entscheidend ist vor allem der Zeitpunkt der Informationsverfügbarkeit. Wenn relevante Daten frühzeitig vorliegen, verändern sich die Abläufe spürbar: Gespräche werden fokussierter, die Vorbereitung planbarer und administrative Aufgaben treten in den Hintergrund.
Die eigentliche Herausforderung bei digitalen Lösungen im Gesundheitswesen liegt nicht in der Technologie selbst, sondern in der konsequenten End-to-End-Betrachtung der Prozesse – insbesondere dort, wo unterschiedliche Berufsgruppen und Systeme nahtlos zusammenarbeiten müssen. sublimd bringt hier ein tiefes Verständnis für die Realität im Gesundheitswesen mit. Die Kombination aus fachlichem Know-how, pragmatischer Herangehensweise und wirtschaftlich tragfähigen Lösungen macht sublimd für uns zu einem einzigartigen und verlässlichen Partner.
Pira Mahendran, Leiter IT Digital Hub & Innovation, Lindenhofgruppe
Ausblick
Als nächsten Schritt plant die Lindenhofgruppe, zuweisende Ärztinnen und Ärzte stärker in den digitalen Prozess der Anästhesie-Sprechstunde einzubinden. Diese sollen künftig vor dem Patienteneintritt automatisch kontaktiert werden und wichtige Dokumente wie Untersuchungsbefunde oder Diagnoselisten über eine Web-Plattform digital übermitteln können. Das Vorhaben wird im Sommer 2026 in den produktiven Betrieb überführt.
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